
Hallo, mein Name ist Florian, ich arbeite in der Kita Paradieswiese des DRK Neubrandenburg. Heute nehme ich Euch mit und zeige, wie mein Arbeitstag aussieht, was hinter den Kulissen einer Kita abläuft und warum hier nicht nur „Basteltanten“, sondern wahre Allrounder arbeiten.


Nun beginnt auch für mich die Zeit in der Gruppe. Noch ist der Raum leer, ich verschaffe mir einen kurzen Überblick, wie die heutige Gruppenstärke aussehen wird, was für diesen Tag an relevanten Informationen vorliegt und worauf zu achten ist. Nach einer kurzen Absprache mit meinen Kolleg*innen, steht der grobe Tagesplan
Jetzt wird der Gruppenraum für die Kinder geöffnet. Die Ersten stehen schon bereit, sie wollen heute Arzt spielen und nun darf geraten werden, wer krank ist. Kurze Zeit später finde ich mich auf dem Teppich liegend wieder, zugedeckt, mit einem Spielzeugthermometer unter dem Arm.

Ich habe Fieber, mein Arm ist krank und ich brauche unbedingt eine Puppe zum Kuscheln, das sagt jedenfalls meine behandelnde, 4-jährige Ärztin. Nachdem noch einige, teils doch eher fragwürdige Behandlungen vollzogen sind, werde ich als genesen entlassen. Passend dazu kommt jetzt auch ein Elternteil mit einer Frage auf mich zu. Ich beantworte sie gerne, merke aber zu spät, dass ich ja noch die Prinzessinnenkrone auf dem Kopf habe, die mir zuvor auf ärztlichen Rat hin aufgesetzt wurde. Ein Glück, die Eltern nehmen es gelassen. Mit zunehmender Kinderzahl erhöht sich auch die Lautstärke.

Heute war ein ganz normaler Gruppenalltag, es kann aber auch jeder Zeit etwas mehr dazu kommen, seien es die vielen Sturzverletzungen im Sommer, die Durchfall- und Erkältungszeit, die Vorbereitung und Durchführung von Festen, Ausflügen und Highlights. Selbst der wöchentliche Gang in die Turnhalle gestaltet sich nicht immer gleich. Und es gibt auch diese Tage, die man eigentlich nicht erleben möchte, diese Tage an denen ein Kind nicht strahlt wie die Sonne, an denen es Probleme mit sich bringt, auf die man nicht immer gleich die beste Lösung parat hat. Dann grübelt man auch ein wenig länger. Aber am meisten sind es die Tage, die viele Kindermünder mit einem Lächeln zeigen, die gespannten Gesichter, wenn etwas vorgezeigt wird, die Freude, wenn nach dem hundertsten Versuch endlich einmal das Klettergerüst erklommen wird. Es ist das „Ich bin fertig!“, welches voller Eifer gerufen wird, wenn nach so vielen Versuchen endlich das Puzzle gelöst ist, es ist aber auch das „Ich bin fertig!“, was von der Toilette kommt. Es ist die tägliche Abwechslung an Gefühlen und vor allem Geschichten und Erlebnissen, die diesen Beruf so eindrucksvoll machen. Das gemeinsame Gehen mit den Kindern, über Tage, Wochen, Monate Jahre, die Entwicklung und das geschenkte Vertrauen. Es ist aber auch der Kontakt zu Eltern, ihre Sorgen und Nöte, die vielleicht gemeinsam gelöst werden können, die Erfolge, die stolz verkündet werden oder einfach ein paar lustige oder nette Worte auf dem Hof.